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Taschen, wasserdicht?

Ach ja, hätte ich meiner Frau vorher gesagt, ich möchte mal eben für die Tour für 400 Euro ein paar Ortlieb-Taschen kaufen, hätte sie mir den Vogel gezeigt. Für meine täglichen Fahrten zur Arbeit habe ich eine Ortlieb Office, die wirklich gut ist, aber die habe ich nicht mitgenommen, da sie mir zu schade war. Darüber hinaus hatten wir noch zwei wirklich dichte Taschen, mit allerdings mäßigem Befestigungssystem. 

Also kaufte meine Frau mal eben beim L... (großer Discounter) so ein Heckpacktaschen-Querdrübersonstwaspaket zum Preise von neunzehnkommahastenichgesehen mit beiliegendem Regenpariser. Das sollte eigentlich schon zu denken geben!

Ich habe meinerseits, angesichts der Materialstapel meiner Frau (was so alles noch unbedingt mit musste), einen Tag vor der Abreise beim A... (anderer großer Discounter) schnell noch zwei Packtaschen für 9,99 gekauft, natürlich auch mit Regenpariser. 

Kurz gesagt, eine Tasche, die einen separaten Regenschutz braucht, ist nicht dicht. Ein Tasche, die konstruktiv nicht dicht ist, lässt sich auch mit Regenüberziehern nicht dicht bekommen! Der einzige Vorteil liegt darin, dass die Suppe, die oben reinläuft, nach Sättigung der Klamotten auch unten wieder rauskann, man spart das Ausleeren!

Alles das war mir vor der Fahrt schon bekannt, aber da meine Frau die Agrarwetterprognosen von zu Hause bis Wien eingeholt hatte, fühlten wir uns nahezu regensicher...  

...das war dann aber nicht ganz so, an rund 4 von 9 Tagen hatten wir heftige Regenschauer bis Dauerregen. Wenn man dann noch mit dem Zelt unterwegs ist, sind die Möglichkeiten zum Trocknen durchnässter Ausrüstung überwiegend auf den Morgen des Reisetages und den Abend des Heimkehrtages beschränkt. 

So haben wir zwar eine Menge mitgeschleppt, konnten jedoch gewisse Dinge wegen Durchnässung gar nicht nutzen. Allerhöchstens Tauchutensilien ließen sich mit solchen Taschen adäquat vorfluten.

Jedenfalls brauche ich meiner Frau nun nicht mehr zu erklären, warum Ortlieb & Co für gute Taschen richtig viel Geld verlangen können.  

Solche Taschen sind für‘n A...! Sie taugen maximal dazu, leichte Regenbekleidung mitzuführen, da diese bei Regen nicht da drin bleibt, also auch nichts trocken gehalten werden muss. Bei unserer Reise war es eher sinnbefreit, Klamotten darin mitzuführen, die man dann wegen Durchnässung dann eh nicht anziehen konnte. Ökologisch gesehen schade um das Material, das man für die Herstellung so eines Produktes ver(sch)wendet hat. 

Das Gegenstück vom Konkurrenz-Diskounter: Passform wie ein Kartoffelsack im Kellereck. 

Auch hier der „tolle“ Regenpariser, der eigentlich nur eine Aufgabe wirklich bestens erfüllt: Er hält das Rücklicht wirksam davon ab, gesehen zu werden!

Kleines Nachwort:

Nein, ich bin nicht sauer und ich sehe gerade das mit den Taschen in der abschließenden Betrachtung doch eher amüsiert, entbindet es mich davon, meiner Frau lang und breit erklären zu müssen, warum gute Taschen Geld kosten (obwohl sie es eigentlich weiß) und wie spaßbefreit es ist, mit nassen Klamotten unterwegs zu sein.

Ich schimpfe auch nicht auf Aldi und Lidl, nein, die Taschen können genau das, was man für den bezahlten Preis erwarten kann: Oben kann man was reintun und sie verlieren es bewiesenermaßen eine Woche lang nicht. Nach Tibet würde ich damit nicht fahren wollen!

Mittlerweile fährt meine Frau mit 4 Ortlieb-Taschen und ich hinten mit Vaude-Taschen und vorne mit Ideale-Taschen. Die Ideale Taschen sind aus "LKW-Plane". Lediglich die Befestigungen waren nicht so der Bringer. Die habe ich umgebaut und gut ist.