{"id":5124,"date":"2025-10-02T21:07:05","date_gmt":"2025-10-02T19:07:05","guid":{"rendered":"https:\/\/headroomx.de\/?p=5124"},"modified":"2025-10-03T23:25:26","modified_gmt":"2025-10-03T21:25:26","slug":"tag-27-stettin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/headroomx.de\/?p=5124","title":{"rendered":"Tag 27 &#8211; Stettin"},"content":{"rendered":"\n<p>Wir haben furchtbar lange geschlafen. Dann langsam zum Duschen, Bazi ausgel\u00fcftet und dann gefr\u00fchst\u00fcckt. Irgendwie wussten wir nicht, was wir wollten. Monika wollte in die Stadt. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, aber nu ja, was tut man nicht alles f\u00fcr Menschen, die man gerne hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wir beschlossen auf Grund der eindeutigen Qualit\u00e4ten unseres Stellplatzes, hier unseren Aufenthalt um einen Tag zu verl\u00e4ngern. Das habe ich dann auch schnell an der Rezeption erledigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Da Stettin verkehrstechnisch f\u00fcr Fremde, sagen wir mal, chaotisch ist, wollten wir mit Bolt fahren. So irgendwann um Zw\u00f6lf. Dann muss man aber bei Bolt ein Taxi buchen, das auch Hunde mitnimmt (pets). Wir waren dann abfahrtsbereit und bei Bolt war kein PET-Taxi zu bekommen. \u00dcber ein Stunde nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischenzeitlich habe ich die Uber-App installiert und musste feststellen, Uber hat, zumindest in Stettin, die Option &#8222;Haustier&#8220; gar nicht. Kann man also getrost den Hasen geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende beschlossen wir, uns zu Fu\u00df Richtung Horizont die ganzen Jachtclubs und Hafenanlagen entlang zu tummeln, um vielleicht ein Speiselokal zu finden, denn unser K\u00fchlschrank ist leer. Da wir nicht weit wollten, nahm ich keine Jacke mit, ein T-Shirt wird schon reichen und Monika hatte nur eine leichte Weste an, die eher optisch, denn tats\u00e4chlich w\u00e4rmt. Egal, wir wollten ja nicht weit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das erste war eine Pizzeria, aber das wollte Monika nicht. Au\u00dferdem sah die so aus, als wenn sie schon l\u00e4nger nicht mehr offen war. Wir also weiter. Ich wusste, da musste eine Taverne kommen. In FB vielgelobt. Naja, wir kamen hin, die hatte noch zu, h\u00e4tte aber in wenigen Minuten aufgemacht (mittlerweile war es 14:00). Aber auch hier war der WAF (woman acceptance factor) im Minusbereich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich also nochmals in der Bolt-App geschaut und, Gl\u00fcckes Geschick, wir bekamen ein PET-Taxi. Da mir ja keiner sagen konnte, welche Adresse am besten f\u00fcr die Altstadt ist, hatte ich gegockelt. Und dort stand dann ein Platz, von dem aus die Altstadt gut erreichbar sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider gibt es Tage, an denen sollte man erst gar nicht aufstehen. Das Taxi warf uns am gew\u00fcnschten Zielort ab. Wie wir schnell feststellten, war dieser Platz, falls es ein helles Zentrum in der Altstadt gibt, der davon am denkbar weitesten entfernte Punkt. Es war also so ein Tag!<\/p>\n\n\n\n<p>Latschen war angesagt! Wir hatten immer noch nichts gegessen und mittlerweile wandelte sich der tolle Sonnenschein in eher unangenehmen Wind. Normalerweise ist das ja nicht schlimm, aber die St\u00e4dter laufen alle mit Jacke, M\u00fctze und Kaputze rum und der Rainer schlendert mit einem T-Shirt, Typ ultra-cool, also extra k\u00fchlend f\u00fcr heisse Tage, in der zugigen Innenstadt rum. Von Altstadt nat\u00fcrlich keine Spur.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wenigstens kamen wir an einem Postamt vorbei. Das war gut, denn wir brauchten noch Briefmarken. Ich wartete mit Bazi auf irgeneiner zugigen Bank, das mit dem T-Shirt und der K\u00e4lte lie\u00df sich nur noch mental mit autogenem Training ertragen!<\/p>\n\n\n\n<p>Monika unterdessen ging ins Postamt. Wenn jemand schonmal im Landratsamt Kelheim war, kann er sich eine Vorstellung von Arbeitstakt und Nummernautomaten machen. Und nun nimmt man dieses Wissen und potenziert das. Das was dann rauskommt, ist die Vorgehensweise, wie man als Fremder in Stettin Briefmarken bekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Monika kommt also ins Postamt, es gibt mehrere Schalter, nat\u00fcrlich in polnisch beschriftet. Wir sind ja in Polen, alles korrekt soweit. Eine Frage bei einer Dame hinter so einem Schalter wurde mit vehementem Winken und dem &#8222;maszyna&#8220; oder automatski oder irgendwas in der Richtung beantwortet. Sch\u00f6n, Monika war ja willig. Aber welche Nummer musste sie ziehen? Eine Nummer f\u00fcr &#8222;sprckiy&#8220;- oder eine f\u00fcr &#8222;ocziky&#8220;? (oder so \u00e4hnlich, jedenfalls f\u00fcr Monika unverst\u00e4ndlich). Da alle A-Nummern hatten, ging sie zum Automat und dr\u00fcckte, was alle vor ihr dr\u00fcckten. Die Nummer, die rauskamm war aber eine C-Nummer. Der Verzweiflung nahe, fiel Monika einer sehr netten polnischen Dame auf, die ihr dann die richtige A-Nummer aus einem Automaten zauberte. Die Dame konnte weder Deutsch noch Englisch, Monika nur 5 Worte Polnisch, aber mit L\u00e4cheln und pedi-manueller Verst\u00e4ndigung wurden schon immer Probleme gel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>Als dann Monika an der Reihe war, hat eine nette Dame hinter dem Schalter trotz Monikas Pidgin-Englisch verstanden, dass sie zwei Briefmarken f\u00fcr zwei Postkarten braucht. Aber sie brauchte 4, je Karte zwei. Das hat die Dame der Monika auch gut erkl\u00e4rt. Gezahlt war schnell. <\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt k\u00f6nnte man denken, &#8222;bitte n\u00e4chster Kunde&#8220;, aber nein, erst muss der Buchf\u00fchrung gen\u00fcge getan werden. Nach jedem Vorgang muss das Schalterpersonal offensichtlich eine Liste ausf\u00fcllen, was sie da wohl mit wem, warum und f\u00fcr wieviel gemacht haben. Alles in allem dauerte es alleine am Schalter rund 5 Minuten, bis Monika fertig war, die gew\u00fcnschten Briefmarken in der Hand hielt und der Schalter den n\u00e4chsten Kunden drannehmen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nun doch noch ein Bild: Dieser Steuermann hat gar nichts historisches zu sagen. Weder John Meinhard, noch der Seewolf sind dort dargestellt, sondern einfach ein Denkmal der Seefahrtshochschule in Stettin f\u00fcr seine maritimen Traditionen als Hauptstadt der Woiwodschaft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2701-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5125\" srcset=\"https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2701-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2701-300x225.jpeg 300w, https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2701-768x576.jpeg 768w, https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2701.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Irgendwann ereilte mich ein k\u00f6rperliches Bed\u00fcrfnis. Nun kann man nicht einfach eine Stange Wasser in die Ecke stellen. \u00d6ffentliche Toiletten sind, sofern es welche gibt, entweder in Chinesisch beschriftet oder aber ich bin blind. Letztendlich rettete mich ein Kaffee, in dem wir hervorragenden Kuchen und einen Cappuccino genossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und pl\u00f6tzlich, hinter irgendeiner Ecke, wo der uns\u00e4gliche Verkehrsl\u00e4rm pl\u00f6tzlich nachlies, er\u00f6ffnete sich die Altstadt. Endlich waren wir da, wo wir hin wollten. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich hatte weiter oben schon ml gesagt, dass es Tage gibt, an denen bleibt man besser im Bett. Jetzt jedenfalls, am Ziel unseres Begehrs, fing es an zu regnen. Wind hat wohl nicht gereicht, nein, es musste ja unbedingt Regen werden! <\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich h\u00e4tte ich jetzt sagen k\u00f6nnen, ich stand mit meinem T-Shirt da, wie ein begossener Pudel. Aber Kritiker w\u00fcrden sofort aufschreien und behaupten, wenn schon, dann angesichts meiner doch sp\u00e4rlichen Haartracht eher wie ein begossener Nackthund. Bl\u00f6derweise habe ich zuviel Haare auf dem Kopf, als dass ich hinterher die Platte nur abledern k\u00f6nnte, andererseits aber zu wenig Haare, als das es beim Auftreffen der Regentropfen nicht Platschen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fl\u00fcchteten in ein Speiselokal, wo wir dann hervorragende polnischen K\u00fcche genossen. So mit Vorspeise und so. F\u00fcr unseren Bazi wurde auch gleich Wasser hingestellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2702-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5126\" srcset=\"https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2702-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2702-225x300.jpeg 225w, https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2702.jpeg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir beschlossen, angesichts der Wetterbedingungen und der unpassenden Kleidungseigenschaften ein Taxi zu rufen und zur\u00fcck zum Jachthafen, wo unser Wohnmobil steht, zu fahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ach ne gucke sieh mal da, wir bekamen innerhalb 9 Minuten ein Taxi. Super. Am Jachthafen angekommen, war von Regen keine Spur mehr. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2703-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5127\" srcset=\"https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2703-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2703-225x300.jpeg 225w, https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2703.jpeg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dieses Wochenende findet hier eine Regatta statt. Ich wei\u00df zwar nicht, wer gegen wen und in welcher Klasse, aber der Aufwand, den sie hier treiben an B\u00fchnentechnik und TV-Technik etc. l\u00e4sst schlie\u00dfen, dass es schon eine nicht ganz kleine Veranstaltung wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ruhig zieht der Abend \u00fcber dem Jachthafen ins Land. Und ich bilde mir ein, leise zwischen dem Pl\u00e4tschern der Boote ein leises murmeln &#8222;Regen? Das war fl\u00fcssiger Sonnenschein!&#8220; zu h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"701\" src=\"https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2704-1024x701.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5128\" srcset=\"https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2704-1024x701.jpeg 1024w, https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2704-300x205.jpeg 300w, https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2704-768x526.jpeg 768w, https:\/\/headroomx.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/F25-2704.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Morgen werden wir mit dem Wohnmobil direkt ins Get\u00fcmmel fahren und einen Parkplatz an der Altstadt anfahren. Vielleicht k\u00f6nnen wir noch ein wenig nachholen von heute. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/headroomx.de\/?p=5102\">zu Tag 26<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/headroomx.de\/?p=5153\">zu Tag 28<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben furchtbar lange geschlafen. Dann langsam zum Duschen, Bazi ausgel\u00fcftet und dann gefr\u00fchst\u00fcckt. Irgendwie wussten wir nicht, was wir wollten. Monika wollte in die Stadt. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, aber nu ja, was tut man nicht alles f\u00fcr Menschen, die man gerne hat. 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