Red' nicht, tu es!

Niedrigerer Sitzkasten für den Fahrersitz

Da ich recht groß bin, kann ich meinen Sitz kaum soweit runterstellen, als dass der obere Scheibenrand nicht meine Sicht einschränken würde. Das liegt zum einen daran, dass der Ducato eh schon eine niedrige Scheibenoberkante hat, zum anderen daran, dass dort die obere Schiene der Fahrerhausverdunklung nochmal einige Zentimeter „wegnimmt“.

Ich habe mir immer gedacht, ob man den Sitz nicht etwas abpolstern könnte (meine Frau ist Sattler), aber das ist bei den modernen Schäumlingen eine zweifelhafte Sache, zumindest, wenn man schwerer ist.

Irgendwann stieß ich dann auf folgendes Youtube Video: https://www.youtube.com/watch?v=P6Dcb3aQeY0

Aha, es gibt also einen 4cm niedrigeren Sitzkasten. Ich hab mir das Video reingezogen und entschieden, dass ich das probieren möchte. Diesen Sitzkasten gibt es bei den üblichen Verdächtigen für rund 220 Euronen. Ich also bestellt.

Allerdings habe ich unter dem Fahrersitz die EBL99 und den Ladebooster. Also habe ich erst ausgemessen, ob der verbleibende Platz ausreichend ist. Und ja, in diesem Fall ist er das.

Der Kasten kommt, ich ein fröhlich Lied auf den Lippen, dachte mir so…

…kann ja kein Problem sein, Sitz mit Drehkonsole runter, sind nur 8 Schrauben, davon eine Fummelschraube und 2 versteckte. Und der Kasten selbst… naja, vorne zwei Schrauben lösen, Konsole nach vorne ziehen und rausheben.

Gut, also begonnen. Erstmal den Hundesitz und die hintere Verkleidung entfernt. Hab ich eh selbst gebaut, also kein Problem: Einfach 4 Schrauben rausdrehen, Blende wegnehmen, mittleren Hundesitz nach hinten wegziehen und gut ist.

Hat auch alles geklappt. Wunderbar!

Nun, die vordere Kastenverkleidung ist nur eingeklipst, die links und rechts geschraubt, aber auch problemlos entfernbar. Dann von links (das sieht man auch in o.g. Video) eine kleine Plastikblende abschrauben und die Zuleitung zum Gurtstraffer ausstecken.

Man entfernt man die drei Schrauben (1 auf nachfolgendem Bild), mit der die Handbremse festgeschraubt ist. (besser macht man das aber erst, wenn der Sitz herunter ist, denn wenn die Handbremse angezogen ist, lässt sich die Drehkonsole nicht drehen)

Dann die drei Inbus-Senkschrauben (2) von oben lösen. Dazu muss man die Drehkonsole entsprechend drehen und den Sitz ganz nach vorne bzw. hinten schieben.

Danach muss man von unten mit einer 13er Nuss eine weitere Schraube lösen. Dabei aufpassen, denn an dieser Stelle gibt es ein Massekabel, das die leitende Verbindung der beiden Teile der Drehkonsole sicherstellt.

Hier kann man die Masse-Öse sehen. Sie ist zwischen Untergestell und Drehkonsole, dort ist ein Zwischenraum. (bei der neuen Konsole gibt es diesen Zwischenraum nicht, da montiert man das von unten)

So, nun auf die andere Seite. Dort gibt es das Gleiche in spiegelverkehrt. Also gleicher Ablauf…

…wäre da nicht eine Fummelschraube dabei. Anstatt die drei Inbusschrauben von Pos 2 ist dort eine der drei Schrauben als Gegenlager für die Drehvorrichtung ausgeführt. Diese Schraube hat keinen Inbus, sondern ist eine sehr flache Sechskantschraube in der Schlüsselweite 20 (!). Und die bekommt man nur raus, wenn man den Sitz ganz nach vorne stellt und die Drehkonsole soweit dreht, bis ein extra dafür vorhandenes Loch genau über der Schraube steht. Also seitlich mit einem 20er Gabelschüssel (einen Guten!!!) lösen und die Schraube nach oben durch das Loch entnehmen. Und… voila, der Sitz ist los…

…oder doch nicht? Ah ja, wieder einmal die Schraube vergessen, die von unten verschraubt wird. Also… 13er Nuss und gut ist…

Der Sitz wird dann heruntergenommen (uff, der ist schwer!) und an die Seite gelegt. Dann bietet sich (bei mir) folgendes Bild.

So, laut dem Video gibt es vorne nur noch links und rechts je eine Schraube zu lösen und schon kann man den Sitzkasten etwas nach vorne ziehen und wegheben.

Da war knapp, aber auch daneben, denn bei meinem Sitzkasten muss man den nicht nach vorne ziehen, sondern etwas nach hinten schieben. Wäre schön, wenn das ginge. Geht aber nicht, denn der Holzboden ist dort höher und es muss eine Aussparung links und rechts gemacht werden. Das sieht man auch im o.g. Video so, nur der Kollege musste das erst machen, um die neue Konsole einzusetzen, bei mir ging die alte schon gar nicht raus. Aber nix für ungut, mit einem Stemmeisen lässt sich das sauber und schnell erledigen.

Gut fertig, nun aber den alten Kasten raus…

Was denn…? Doppelmist!

Die Herrschaften bei Pössl haben bei der Verdrahtung die Kabel gezogen, wie der Bauer gelaufen ist, sprich, irgendwie durch jedes Loch ein Kabel. Eigentlich kann man den Kasten einfach aufsetzen und die Kabel haben unten genug Platz zur Durchführung. Nicht so bei Pössl… oder besser Detleffs, die haben den nämlich für Pössl gebaut.

Es kam, was kommen musste: Teilweise musste die Verdrahtung aufgetrennt werden, um überhaupt den alten Sitzkasten rausnehmen zu können. Teilweise musste ich sogar die einzelnen Kontakte der Stecker auslösen, weil die Zuleitung durch verschiedenen Löcher geführt waren.

Tip: Vorher ein paar Fotos machen, machen, damit man hinterher wieder alles richtig einbaut. Gerade die Steckleiste ist potenzieller Kandidat, hinterher nicht mehr zu wissen, was wo war!

Als dann alles soweit aufgetrennt war, konnte ich den Sitzkasten entfernen. Nun wurde als erstes die Verkabelung wieder hergestellt!

Dann erst wurde der neuen Sitzkasten eingesetzt. Diesmal so, dass er jederzeit entfernt werden kann, ohne die Verkabelung erneut auftrennen zu müssen.

Dann der Sitzeinbau wieder wie der Ausbau, nur rückwärts.

Nun erstmal eine runde gedreht. Es ist gefühlt schon gleich etwas anderes, ich sitze jetzt weitaus angenehmer und muss nicht immer den Kopf schräg halten, um unterm Scheibrand hervorzulugen.

Jetzt fehlt noch eine neue Verkleidung, weil die alte ja nicht mehr passt. Das dauert noch ein paar Tage. Wenn ich das erledigt habe, gibt es nochmal ein paar Bilder, damit man das Endergebnis sehen kann.

Fortsetzung folgt…

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