Red' nicht, tu es!

DAB+ Radio nachrüsten

Bei uns war bei Kauf unseres Pössls ein Blaupunkt New York (800?) mit Navi von 2013 drin. Das Ding kann vieles, aber manches eben auch nicht richtig.

Fangen wir mit Blaupunkt an. Das, was man früher mit Blaupunkt verband, einen sehr guten UKW-Teil (Neudeutsch FM-Teil), den gibt es so wohl nicht mehr. Der Empfang bei unserem Pössl war von Anfang an unterirdisch. Mein Schwager hat einen 2012er Teilintegrierten mit dem gleichen Blaupunktgerät (war der damals der Billigste oder was?) mit der gleichen Empfangsqualität: Musikhören ist da kaum möglich, selbst die Unterscheidung zwischen „Piep und Trööt“ fällt schwer!
Also auf dem Land kaum zu brauchen, nur in Ballungsgebieten ging es halbwegs. Kurzum, das Radio war und ist als Radio nicht nutzbar.
Der Navi, die Rückfahrkamera, Videofunktionen, Bluetooth, Freisprechen etc. alles i.O. aber der UKW-Empfang absoluter Hühnermist. Egal in welcher Einstellung und welcher Konstellation.

Also fing ich an, die Sache zu zerlegen. Erst das Radio raus, weil ich dachte, es wäre irgendwo ein Stecker ab. Nein, alles im grünen Bereich und trotzdem ein Schei55empfang. Dann an der Antenne rumgespielt. Nach Auswechseln des Antennenstabes änderte sich die Empfangsqualität von „fast gar nicht“ in „ab und an mal“.
Ich war soweit, den ganzen Prüll rauszureißen. Mir fiel dann ein, dass die Chinesen mittlerweile bei Blaupunkt auch die Finger drin haben und auch kein vernünftigen UKW-Empfänger bauen können. Die Billigmärkte liegen voll von gut aussehenden, aber trotzdem fast disfunktionalen UKW-Radios aus China. Genau so ist auch die Empfangsqualität von diesem Gerät.

Nun, egal, ob aus China oder Malaysia, eine Lösung musste her!
Beim Tausch des Radios gegen ein Neues würden mal eben schnell 1000 Euronen, wenn nicht mehr, aufgerufen. Das war mir die Sache dann doch nicht Wert.
Ich habe aber noch ein uraltes Blaupunkt Radio aus den 80ern, das wunderbar spielt. Ich hatte mir alles Ernstes überlegt, dies zusätzlich einzubauen und über die AV-Schnittstelle laufen zu lassen. Aber irgendwie ist das dann auch nur gehopst statt gesprungen, zumal dabei ein Ablagefach draufgegangen wär.
Durch irgendeinen dämlichen Zufall las ich einen Bericht über DAB+ Nachrüstsysteme. Das war doch was!

Es sind meist kleine Kästchen, die per Saugnapf an die Scheibe gepappt werden und entweder per FM-Übertragung oder aber per Line-IN das vorhandene Autoradio ansprechen können.

So habe ich dann diverse Testberichte gelesen und mein Entscheidung fiel zu Gunsten des „Albrecht Audio DR 57 DAB+/Bluetooth Autoradio-Adapter“.

Lieferumfang: Albrecht DR57, USB-Kabel (Stromversorgung), USB-Adapter für Zigarettenanzünder, Audiokabel Klinke 3,5mm, Scheibenantenne (ist bei mir gerade, keine Schnecke) und ein Saugnapf für die Scheibe

Als erstes packte ich einfach den Kram aus und steckte es einfach mal grob zusammen: USB-Adapter rein, angeschlossen, Line angeschlossen, Antenne nur angesteckt, nicht montiert. Und siehe da, funktionierte schon bestens.

Somit habe ich das Equipment dann wie folgt eingebaut:
Die Antenne ist da, wo wie hingehört, recht oben an der Frontscheibe. Das Antennenkabel wird hinterm Türgummi an der A-Säule nach unten geführt und dann im Spalt zwischen Armaturenbrett und Glas in die Mitte geführt. Der Magnet zur Erdung ließ sich ganz einfach oben unter Dachhimmel klipsen

Die Stromversorgung per USB konnte ich ohne USB-Adapter vornehmen, weil das Radio mehrere USB-Anschlüsse hat, von denen einer von mir unter das Ablagefach montiert wurde. Der Strom, den das Radio dort zur Verfügung stellt, reicht für das DR57 aus.
An meinem Getränkehalter/Ablagefach habe ich seitlich einen Arm gebaut, an dem der Magnet des Saugnapfes montiert wurde, da das DR57 normal mittels Magnet am Saugnapf fixiert wurde. Der Saugnapf wurde dazu zersägt. Der Saugnapf hätte auch gut gehalten, aber die Frontverdunklung des Pössls geht halt nicht zu, wenn ein Saugnapf im Weg ist. Deswegen die Montage an einem Arm.
Am Armaturenbrett wurde nichts gebohrt etc, denn die Ablage ist in dem serienmäßigen Klemmhalter befestigt und der Arm eben an der Ablage. Man kann mit einem Handgriff die Ablage entfernen und an die USB-Buchse und LineIN des Radios.

Der LineOUT des DR57 ist mit dem LineIN1 des Radios auf der Frontseite angeschlossen. Das werde ich noch ändern, denn unter dem Ablagefach habe ich neben der USB-Buchse auch eine Line-Buchse, die aber noch nicht angeschlossen ist, weil auf der Rückseite des Radios am LineIN2 nur 2 RCA-Anschlüsse (Cinch) zur Verfügung stehen und ich noch keinen Klinke->RCA-Adapter habe. Das wird demnächst auch geregelt, aber dazu muss ich das Radio ausbauen, was ein wenig spaßbefreit ist.

Schon im Hof bekam ich allerlei Sender problemlos. Im Fahrbetrieb funktionieren alle Sender störungsfrei, lediglich in Tunneln kommt es vor, dass er kurz auf eine andere Frequenz umschaltet und für einen Sekundenbruchteil der Ton weg ist. Trotzdem keine Störgeräusche wie Rauschen, Knacken, Knistern. Es ist im Vergleich zum Analogradio eine wahre Offenbarung. Wenn man bedenkt, dies alles mit einer kleinen Scheibenantenne. 

Fazit: Für 130€ hätte es keine bessere Lösung geben können.

Ich bin jetzt bewusst nicht auf den ganzen Funktionsumfang des Albrecht DR57 eingegangen, ich denke, da gibt es im Web genug Infos drüber. Auch gibt es andere Hersteller, deren Geräte vermutlich auch nicht schlecht sind. Das soll also keine Werbung sein für ein Produkt, sondern eher ein gutes Wort für eine Nachrüstlösung, die durchaus vernünftige Ergebnisse verspricht.

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